Moin moin,
daß ich die Tasten selber “bauen” muß, war nivht von vorne herein klar. Das hat sich erst später ergeben.
Wie gesagt wollte ich ursprünglich das kpl. Gehäuse selber bauen, bis ich bei ebay das Pultgehäuse entdeckte.
Ich hatte zu dieser Zeit bereits mehrere Platinen (z.B. D-IN mit 16 ICs, D-Out mit 12 ICs, etc.) fertig und
“durfte” diese dann aufgrund von Platzproblemen kpl. neu bauen.
So kam ich dann auf die Idee mit der “Sandwich-Technik”, da ich z.B. bei den Kabelbäumen so viel Platz wie
irgend möglich einsparen wollte.
Auch habe ich z.B. die LED-Ringe direkt um die Encoder an selbigen festgelötet, d.h. der gemeinsame Anschluß
der LEDs ist das Metallgehäuse der Encoder. Dies ist problemlos machbar, da die Gehäuse nicht mit dem
Innenleben der Encoder verbunden ist.
Da ich “gezwungen” war, die Encoder-Bediensektion so klein wie möglich zu bauen, kam mir die Idee mit den
selbstgegossenen Tasten.
Wie auf den Fotos unten zu sehen ist, habe ich die 4 Tasten unter jedem Endoder im Quadrat angeordnet und nicht, wie allgemein üblich, untereinander.
Noch ein paar Tipps zum Thema Gießen:
Man muß möglichst “makellose” Originale nehmen, da man auf den Abgüssen jeden, wenn auch noch so kleinen, Kratzer, Fingerabdruck, etc. sieht. Sehr unschön…
Als Formmasse habe ich mich für Latexmilch entschieden. Besser ist zwar Silikon-Kautschuk, der ist aber sehr teuer (ca. 45 Euro / 1 kg).
Die Originalen Taster habe ich mit der Unterseite auf eine Plexiglasplatte gestellt. Um ganz sicher zu gehen, daß nichts verrutscht, kann man sie auch mit dünnem Doppelklebeband ankleben.
Dann bestreicht man sie schichtweise mit Latexmilch.
Ich habe zunächst ca. 5-6 Schichten mit einem Pinsel aufgetragen und dabei jede Schicht antrocknen lassen.
Es darf nicht ganz trocknen, denn ansonsten kann man jede einzelne Schicht nachher aus der Form herauslösen.
Dann habe ich aus Plastikfolie einen Ring gebastelt, der mit ca. 5mm Abstand um die Tasten (ich hatte 4 gleiche)
herum reichte. Diesen habe ich zunächst am unteren Rand mit Latexmilch bestrichen und um die Tasten
herum auf die Plexiglasplatte “geklebt”. Diese “Form” habe ich dann mit Latexmilch in Schichten so weit
aufgefüllt, bis die Tasten nach oben hin “gut bedeckt” waren.
Die fertige Form habe ich dann ca. 3 Tage trocknen lassen und dann vorsichtig die ganze Sache von der
Platte gelöst und die originalen Tasten entfernt.
Wenn man beim Herauslösen bemerkt, daß die Form im Inneren noch nicht ganz getrocknet ist, hat man
verloren und darf die Form neu anfangen. Reparieren geht nicht !
Latexmilch verfärbt sich mit zunehmendem Trocknungsgrad von weiß über beige, ocker bis zu tabakbraun.
Daran kann man recht gut abschätzen, wann die Form fertig ist.
Das Gießen selber habe ich mit klarem Gießharz gemacht. Bei der Härterzugabe habe ich mich zu Anfang
genau an das in der Anleitung angegebene Moschverhältnis gehalten.
Die Folge war, daß die Tasten erst nach ca. 1 Tag fest genug waren um sie aus der Form nehmen zu
können. Außerdem war die Oberfläche derart klebrig, daß ich Schwierigkeiten hatte, die Dinger von den
Fingern los auf eine Holzplatte zu legen. Irgendwo klebten die immer wieder an den Fingern fest…
Ich habe dann den Härter langsam immer höher dosiert und mittlerweile das “richtige” Verhältnis gefunden.
Pro Gramm Harz nehme ich 1 Tropfen Härter. Damit sind die kleinen Tasten nach ca. 4-6 h so weit ausgehärtet,
daß ich sie problemlos der Form entnehmen kann.
Sie kleben zwar dennoch, aber längst nicht mehr so stark.
Diese Klebeschicht ist aber (laut Anleitung) normal und kann mit Aceton recht leicht entfernt werden.
Dafür sollte man nichts anderes nehmen. Ich habs mit Reinigungsbenzin, Spiritus, Nagellackentferner u.a.
ausprobiert, aber alles was passierte war, daß die Tasten unbrauchbar wurden, bzw. die Klebeschicht sich
nicht entfernen ließ.
Da ich eh matte Tasten haben wollte, hab ich sie nach der Acetonwäsche nicht poliert, sondern mit feinem
Schleifpapier aufgerauht und, ebenfalls mit Aceton, nochmal abgewischt.
Die Form sollte man nach jedem Gießvorgang reinigen, damit sie möglichst lange hält.
Das kann man durch Einlegen in Spiritus (ca. 30 Minuten) machen. Anschließend sollte man die Form mit einem
weichen, fusselfreien Lappen auswischen und trocknen lassen.
Beim Mischen des Harzes mit dem Härter entstehen naturgemäß Luftblasen. Man läßt den angerührten
Harzbehälter einfach ca. 10 Minuten stehen, die Luftbläschen entweichen dann.
Beim Gießen selbst muß man aufpassen, daß sich keine Bläschen bilden. Besonders bei sehr kleinen Objekten
(z.B. Tasten) passiert das fast immer. Diese Bläschen habe ich dann mit einem Zahnstocher vorsichtig
nach oben befördert und zerstochen.
Man gießt das Harz so in die Form, daß sich eine “Kuppel” bildet, denn Gießharz schrumpt beim Aushärten
etwas.
Damit die Tasten an der Unterseite schön gerade und glatt werden, lege ich nach dem Eingießen
ein Stück transparente Platikfolie so auf die Form, daß sich keine Bläschen bilden und beschwere das Ganze.
Bitte nehmt niocht die Lötzinn-Rolle dafür, denn sonst ist 6h lang nix mit Löten
.
Ach ja, und gaaanz wichtig !!!
Bitte nur in gut gelüfteten Räumen mit Gießharz hantieren, denn das Zeug stinkt erbärmlich !
Ich hab nur mal kurz den Pott im Wohnzimmer geöffnet und hatte 2 Tage was davon
…
Wenn man seine Tasten einfärben will, muß man nicht unbedingt teure und z.T. schwer zu beschaffende
Abtönfarben nehmen.
Ich habe ganz normale dunkelblaue Stempelfarbe genommen. Dabei ist nur zu bechten, daß der Farbton
nach dem Aushärten innerhalb von 2-3 Tagen aufhellt.
Außerdem sollte man das mit Farbe angerührte Harz vor jedem Gebrauch gut umrühren, damit sich die
Farbpigmente nicht nach unten absetzen.
Zum Schluß noch ein paar Bilder von meinen “Erfolgen”. Sorry für die mäßige Bildqualität. Ich hab die
Fotofunktion meiner DV-Videokamera benutzt, deren CCD leider nur 1 Mio. Pixel hat.
Die roten Tasten waren die Originale, die anderen sind die “Kopien”. Die bläuliche ist eine von den
mit Stempelfarbe vermischten Tasten. DIese war beim Gießen dunkel blau (wie die Farbe von Schul-Tintenpatronen).
Die ganz klare Taste ist frisch aus der Form entnommen, die anderen sind fertig und an der Unterseite mit
transparenten, abgerundeten Plastikfüßchen beklebt.
Auf dem anderen Foto sind meine Encoder-Drehknöpfe zu sehen. Diese sind noch nicht bearbeitet…
Das 3. Foto zeigt die Tasten von innen im Gehäuse meiner LC und das 4. die Außenansicht.
Gruß,
Amiga-Falcon.



